Man kann auch bei einem fremden Tier eine Tierkommunikation machen, wenn ...
Da dieses Thema mehrere Aspekte umfasst, wird die Antwort länger sein. Also mache es dir am besten bequem zum Lesen.
1. Stimmt das, dass man "immer um Erlaubnis fragen soll vor einer Tierkommunikation“?
Wir möchten alle verantwortungsvoll mit dem Einsatz von Tierkommunikation umgehen. Deshalb wird zu Recht empfohlen, das Tier und dessen Halterinnen oder Halter vorher zu fragen, ob sie ein Gespräch möchten.
Aber wie ist das in Notsituationen? Oder in anderen Lebenssituationen?
Die Aufforderung, vor einem Gespräch um die Zustimmung zu fragen, ist stimmig, wenn der Fall klar ist. Sie beachtet allerdings nicht alle Situationen. Denn was ist, wenn die Halterin oder der Halter nicht vor Ort ist oder nicht erreichbar ist? Wenn sie die Tierkommunikation und deren Möglichkeiten nicht kennen und sie von „so´n Kram“ nichts halten, ihre Tiere aber um ein Gespräch flehen? Wenn sie gar nicht am Wohlergehen der Tiere interessiert sind, wie manche Bauern, Jäger oder Laborbesitzer? Wenn das aggressive Verhalten eines fremden Tieres mich akut betrifft? Wenn ein Tier mich von sich aus anspricht?
Einige Fallspiele dazu aus dem Alltag:
- Im Hundeauslaufgebiet läuft uns ein verwirrter Hund in die Arme. Ob ihm eine TiKo jetzt gut täte?
- Eine angefahrene Katze liegt am Straßenrand. Beim Fahren zur und beim Warten in der Tierarztpraxis – ihr per Telepathie erklären, das wir beide auf den Weg zum Operieren sind und dass ihre Schmerzen dann aufhören werden und dass sie dann wahrscheinlich einige Tage in einem Käfig liegen muss, dass dass dort aber alles ganz liebe Leute sind, die ihr helfen wollen?
- Die Hündin einer Frau, die alternative Methoden ablehnt, beginnt, mir Infos von sich zu senden. Was tun?
- Ein Pferd mit sichtbaren Schmerzen steht auf der Koppel. Soll man es leiden lassen, weil keine Halterin oder Halter zum Fragen da ist oder sollte man es kurz fragen, wie es ihm geht und ihm mitteilen, dass man versuchen wird, jemanden Verantwortlichen zu erreichen?
- Der Nachbarskater kommt durch die Katzenklappe in mein Haus, jagt meine zwei Katzen durch mein Haus, futtert ihr Essen auf und markiert immer an mehreren Stellen. Darf ich ihm erklären, dass ich das alles nicht will und dass er nicht in mein Haus kommen soll?
- Man sieht im Ausland einen Hund in nicht artgerechter Haltung und möchte ihm, da mehr nicht möglich ist, wenigstens Anteilnahme senden. (So wie man das in einem Gespräch mit einer Freundin machen würde, deren Problem man nicht lösen kann, aber der man zuhört, tröstet oder aufbaut.)
- Wenn man Tiere als eigenständige Lebewesen anerkennt, kann man dann einen Smalltack oder kleinen Schnack mit ihnen anfangen, so wie man das mit einem erwachsenen Menschen machen würde?
- Was ist, wenn ein Tier von sich aus losredet und man die Infos ungefragt erhält?
Bitte halte inne und überlege vor dem Weiterlesen erst: Was würdest Du in den einzelnen Fällen machen?
Bemerktest Du beim Beantworten vielleicht Unterschiede in dem, was dein Herz und dein Verstand und deine ethische Einstellung dazu sagen?
Konträre Antworten von Herz, Kopf und Ethik können zu einem typischen Wertekonflikt führen. Man hat zum Beispile bei Notfällen einerseits den natürlichen inneren Wert, "anderen zu helfen". Und andererseits die kostbare Einstellung: "Ich respektiere die Privatshäre andere". Letzteres heißt, dass man erst nachfragt, ob ein Handeln erwünscht ist. Das kennt man auch, wenn es im Krankenhaus um Operationen oder lebensverlängernde Maßnahmen bei nicht ansprechbaren Menschen geht. Oder wenn bei Tieren der Zeitpunkt der Euthanasie entschieden werden soll. In solchen Fällen hat man einen sogenannten „unlösbaren Gewissenskonflikt“. Man ist in dem Dilemma: "Mit meinem Tun riskiere ich eventuell Schlimmeres." – "Aber ohne meinen Entschluss für einen Versuch kann es auch keine Hilfe geben." Eine klassische innere Pattsituation.
2. In welchem Fall würde man aus ethischem Grund eine Tierkommunikation bei einem fremden Tier machen?
(Zu dieser Frage ein Auszug aus meinem Buch "Tierkommunikation" ab Seite 333:) Eine Ausnahme wären Notfallsituationen. Eine "Entweder-oder"-Haltung mit "entweder ich habe eine Zustimmung von der Halterin oder dem Halter für ein Gespräch – ansonsten mache ich das nicht" führt bei einem Notfall bei empathischen Menschen in der Regel zu einem inneren Wertekonflikt. Denn der Wert "Ich respektiere die Privatsphäre anderer" steht dann dem hohen ethischen Wert "Man hilft anderen, die in Not sind" gegenüber. Bei einem inneren Verbotskonflikt entscheidet man sich entweder für den Wert, der für einen selbst am meisten wiegt oder für den, hinter dem mehr äußerer Druck ist. Aber das bedeutet, egal, welche Entscheidung man trifft, man verrät damit immer den anderen Wert. Aus diesem Grund ist solch ein "Entweder-oder"-Verbot der Nährboden für innere Konflikte, Schuldgefühle und, wenn man diese unangenehmen Gefühle in Zukunft vermeiden möchte, auch für den Verlust von Anteilnahme. Denn um nicht wieder in einen unbehaglichen inneren Konflikt zu kommen, tut man beim nächsten Mal vielleicht das, was gesagt wurde, hält sich an das Verbot und versagt sich lieber das Mitgefühl. Auch wenn man merkt, dass daran irgendetwas nicht stimmig ist.
Eine Lösung für die Probleme, die durch solche absolute Verbote, zum Beispiel durch Lehrerinnen und Lehrer oder weil man davon in Foren gelesen hat, entstehen, wäre, das "Wenn-dann"-Prinzip anzuwenden. Bei diesem Prinzip werden zwei gegensätzliche Werte unter einen Hut gebracht. Bei Notfällen gilt schon lange das "Wenn-dann"-Prinzip, denn Notsituationen sind Ausnahmesituationen. Zu Notsituationen zählen beispielsweise Unfälle, Überschwemmungen, Gefahren und Notfälle wie das Verirren eines Kindes im Einkaufscenter oder das Verirren eines Hundes im Auslaufgebiet und Tierschutzfälle.
Dieses "Wenn-dann"-Prinzip ist sogar gesetzlich im bürgerlichen Gesetzbuch verankert und bestätigt damit das Herz, das helfen möchte, gegen alle eventuellen Widerstände des Kopfes und denen philosophischer Erwägungen.
Laut Paragraph 323c StGesetzbuch ist man verpflichtet, "bei Unglücksfällen oder Gefahr oder Not" Hilfe zu leisten, wenn "dies erforderlich und den Umständen nach zuzumuten ist, es also ohne erhebliche eigene Gefahr möglich ist". Tut man in solchen Fällen nichts, gilt das nach Paragraph 323c als "unterlassene Hilfeleistung". Diese Hilfeleistung, die ebenfalls auf einem jahrtausendealten ethischen Wert basiert, ist nicht auf die Hilfe für Menschen begrenzt, sondern schließt auch das Handeln bei Gefahr für Hab und Gut mit ein, worunter juristisch auch die Tiere fallen. Dazu würde ein Strohbrand neben einer Scheune zählen oder eine beim Spaziergang beobachtete Kolik bei einem Pferd. Unter das "Handeln bei Gefahr" würde eine Hilfe bei einem verirrten Kind oder bei einem am Knie blutenden Radfahrer am Straßenrand genauso fallen wie ein Helfen bei einem orientierungslosen, allein durch das Auslaufgebiet irrenden Hund oder einer humpelnden Kuh mit blutendem Knie auf der Weide.
Laut Gesetz bleibt man straffrei, wenn man beim Helfen einen Schaden in Kauf nimmt oder anrichtet. Auch das ist seit alters her so. Laut dem "Karma-Buch" gilt für das Handeln auf Erden: "Der Wunsch, jemanden in der Not zu helfen, wird in Stein eingemeißelt. Die dabei entstehenden Fehler werden in den Wind geschrieben."
Was meinst Du, finden Tiere gut, wenn ihnen in ihrer Not geholfen wird?
Bei den ganz kurzen Nachfrage-Tierkommunikationen mit den betroffenen Tieren bei den oben beschriebenen Fällen ergab der Fakten-Check: Die fünf Tiere in Not bejahten eine "Tierkommunikation als Erste Hilfe" sofort! Und sie waren über Infos zu ihrer Lage, die wir ihnen per Telepathie übermittelten, alle sehr dankbar.
Auch verletzte Haus- und Wildtiere sowie unglückliche Tiere aus dem Tierschutz waren alle glücklich über eine kurze Tierkommunikation mit Infos zu ihrer Lage.
3. Wenn ein Tier mit einem ernsten Problem von selbst loserzählt
Es gibt einen großen Unterschied zwischen uns Menschen und den Haustieren. Wir können uns bei Problemen jederzeit eine uns helfende Therapie buchen, Bücher lesen oder im Internet nach Rat suchen, vier Freundinnen anrufen und zu mehreren Ärzten und Heilerinnen gehen. Tieren ist das bei ernsten Problemen nicht möglich.
Ihre Realität (in solch einer ebenfalls als Notfallsituation anzusehenden prekären Lebenssituation) ist: Sie müssen warten. Warten. Warten. Warten. Bis endlich jemand ihre Signale bemerkt. Bis man sie nicht mehr falsch deutet. Weil man als Tier zuschnappte oder buckelte, weil etwas weh tut. Hoffen. Bangen. Man sie deswegen in einen Tierheim abgeben will. Warten, bis sich endlich jemand auf den Weg macht, Hilfe zu organisieren. Bis dieser Jemand bemerkt, dass diese Hilfe vielleicht nur noch alles schlimmer gemacht hat. Weil es ein falschliegender Trainer ist oder es nur eine Symptombehandlung mit Cortison gibt anstatt eine Ursachenbehandlung, o. a. Wieder warten. Aushalten. Warten. Schmerzen. Unglücklich sein. Ein nächster Versuch. Missverstanden werden. Stress. Angst. Schlechtgehen. Aushalten. Warten. Aushalten. Warten. Ein anderer Versuch. Diesmal geht es dir davon besser! Hoffentlich wird das jetzt öfter gemacht! Oh bitte bitte bitte! Vielleicht sogar so oft, bis alles wieder richtig gut ist!? Aber davon wagst du als Tier kaum zu träumen. Denn du bist abhängig davon, dass wer anderes etwas für dich macht.
Ein Beispiel dazu:
Stell Dir vor, Du fährst im Ausland Fahrrad, übersiehst einen Stein auf der Straße und liegst plötzlich auf den Grünstreifen neben der Straße.
Du blutest und hast nicht die Kraft, hochzukommen. Nach einer Weile fährt ein Auto vorbei, bremst. Es guckt jemand aus dem Fenster zu dir hin. "Hm, sieht nicht gut aus. Ich mache mal lieber nichts, denn damit mische ich mich in das Leben eines anderen ein." Und das Auto fährt weiter.
Die Steinchen, auf denen du liegst, drücken dir in den Rücken. Dir ist schlecht. Wieder kommt ein Auto vorbei. Eine Frau steigt aus. Sie fragt dich, ob du Hilfe brauchst? Mit deiner aufgeplatzten Lippe kommt von dir als Antwort nur ein unverständliches Nuscheln. "Tja," sagt sie daraufhin, "du siehst zwar nicht gut aus, aber ich will ja nicht übergriffig sein, man soll ja nichts ohne eine Erlaubnis machen." Und sie fährt weg.
Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und dir wird kalt. Du bist voller Verzweiflung. Ein Auto hält an, eine Frau steigt aus, kommt zu dir hin und sagt: "Das sieht nicht gut aus, komm, ich helfe dir." Sie trägt dich in ihr warmes Auto und kümmert sich um dich.
Hinter der Frage: "Wie bekomme ich eine Einwilligung?" steht in der Regel die Frage: "Handele ich zum Wohle der Betroffenen?" Die Antwort darauf dürfte sein: "Was man mit dem Herzen tut, tut gut." Denn das Herz mit seiner Liebe versucht immer herauszubekommen, was dem Gegenüber wohl tut.
Eine Anleitung zum kurzen Einfühlen in das eigene Herz in solch einer Situation:
Entspanne dich so gut das geht. Bist Du gestresst, dann denke an etwas Schönes. Oder ziehe deine Mundwinkel zum Lächeln hoch. (Denn selbst bei solchem initiierten Lächeln entspannt sich das Gehirn und der Adrenalinspiegel sinkt) (Du kannst auch die Engel oder die Schutzengel von dir und dem Tier um Unterstützung bitten.) Lenke deine Aufmerksamkeit in dein liebendes Herz oder in dein inneres Zentrum. Frage dein Herz sanft: "Was möchte das Tier?", "Was würde ihm jetzt helfen?" Lausche, was dein Herz dir antwortet.
Fazit: Respektiere die Privatshäre anderer, indem Du vor einem Gespräch fragst, ob alle damit einverstanden sind. Bei Notsituationen fordert dich die Ethik (und deshalb auch das Gesetz) auf, angemessen zu handeln und zu helfen.
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Autorin dieses Blog-Artikels:
Iljana Planke www.Mit-Tieren-kommunizieren.com
"Praxis für Mensch und Tier" in Berlin - Tierkommunikation und Reiki seit 2005
Bitte beachte, dass man Texte und Textauszüge nach dem Urhebergesetz nur mit der schriftlicher Erlaubnis des Autors oder der Autorin kopieren oder weiterverwenden darf. Bitte beachte auch, dass die Tierkommunikation natürlich keine tierärztliche oder ärztliche Behandlung ersetzen kann.
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